Liederliche Lieder, Chansonesker Bohème-Trash

 

Bleiche Figuren treten auf. Ohne grosse Gesten verkünden sie Wahrheiten des Menschseins. Ihr Oeuvre stellt ironisch und schonungslos die Allmacht menschlicher Grösse und deren Abgründe in Frage.

 

War früher alles besser? Vielleicht die Dichtkunst, vielleicht der humoristische und selbstironische Zugang zu immergleichen Facetten der Menschlichkeit. La Pomme Pourrie sammeln Perlen aus der Vergangenheit, komponieren adäquate Pendants und kreieren so einen zutiefst ehrlichen und eindringlichen Abend. Mit ihrem Auftritt erzählen sie Geschichten, die das Leben schreibt, mit all seinen bizarren, lustigen, absurden und tragischen Facetten, und entführen den Zuhörer damit in unerhörte Welten. Sie provozieren Tränen vor Lachen, das einem sogleich im Halse stecken bleibt.

 

Silvana Schmid, Ulrich Pletscher und Ambrosius Huber spielen bezaubernde und zeitlose Chansons. Da blitzten verträumte Räume auf, da reissen einen heftige Lieder mit bissigen Texten in die Abgründe des Menschseins. Es werden unter anderem Gedichte von Charles Baudelaire und Jacques Prévert vertont sowie Stücke von Friedrich Holländer, den Tiger Lillies und Georg Kreisler neu interpretiert.

 

Nomen ist dabei sehr wohl Omen: Der Apfel, als Symbol für die Frucht der Erkenntnis, ist überreif, verdorben und verfault. Die verpasste Chance auf Erkenntnis - oder ist an der Erkenntnis selbst etwas faul? Sind wir vielleicht noch immer im Paradies, schaffen uns die Hölle aber selbst und merken es nicht?

Von dem Apfel, der die süsse Versuchung der Erkenntnis darstellt, werden die Menschen immer mehr haben wollen, auch wenn die eine Seite davon faul ist.